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KI 9 Min. LesezeitVeröffentlicht am Aktualisiert am

Arbeitsvertrag mit KI erstellen: was du prüfen musst

Stand 21. Oktober 2026: Ja, eine KI schreibt einen brauchbaren Arbeitsvertrag, aber du musst ihn gegen deine Anfrage lesen. Wir haben am 21.10.2026 einen Vertrag von Claude Sonnet 5.5 schreiben lassen. Das Ergebnis waren 16 Paragrafen in rund anderthalb Minuten. Die KI hat zwei Wünsche still geändert, Klauseln zu Haftung, Nebentätigkeit und Rentenalter ungefragt eingefügt und eine Pflichtangabe ausgelassen. Unterschreiben und aushändigen musst du selbst. Parteien, Gehalt und Arbeitszeit müssen spätestens am ersten Arbeitstag vorliegen, sonst drohen bis zu 2.000 € Bußgeld je Verstoß.

Kurz gesagt

  • Ja, eine KI entwirft einen brauchbaren Arbeitsvertrag. Unterschreiben und aushändigen musst du als Arbeitgeber selbst.
  • Im Versuch vom 21.10.2026 hat die KI zwei Wünsche still geändert und Klauseln zu Haftung, Nebentätigkeit und Rentenalter ungefragt ergänzt.
  • Prüfe die 15 Pflichtangaben nach § 2 NachwG. Fehlt oder verspätet sich eine, droht ein Bußgeld bis 2.000 € je Verstoß.
  • Eine unwirksame Klausel entfällt, dann gilt das Gesetz (§ 306 BGB). Das Bundesarbeitsgericht hat so schon ganze Verfall- und Rückzahlungsklauseln gekippt.
  • Befristete Verträge brauchen Schriftform mit Unterschrift. Den Nachweis darfst du meist in Textform schicken, in 11 Branchen nicht.

Welche zwei Wünsche eines Geschäftsführers hat die KI im Versuch still geändert, und welches Urteil steht hinter jeder Änderung?

Der Versuch: was die KI aus einer typischen Anfrage macht

Das war ein Durchlauf, kein Test über viele Läufe. Er zeigt, welche Stellen du prüfst, nicht wie zuverlässig eine KI im Schnitt ist. Wir haben dem Modell eine Anfrage gegeben, wie ein Geschäftsführer sie schreibt: ein Absatz, keine Rückfragen, kein Rechtswissen im Prompt. Sinngemäß: Muster Maschinenbau GmbH, Vertriebsinnendienst, 40 Stunden, Start am 1. Januar 2027, unbefristet, sechs Monate Probezeit, 4.200 € brutto, 30 Urlaubstage, Überstunden mit dem Gehalt abgegolten, Ansprüche verfallen nach drei Monaten, Lehrgangskosten bei Kündigung zurückzahlen, zwei Tage Homeoffice, "mach es rechtssicher". Firma und Mitarbeiterin sind erfunden. Wir haben nur den Vertragstext verlangt, ein Hinweis auf Änderungen stand deshalb nicht dabei.

Zwei Wünsche hat die KI nicht so umgesetzt, wie sie gestellt waren:

Dein Wunsch Was im Entwurf steht
Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten Mehrarbeit bis 10 Stunden im Monat ist abgegolten, darüber Freizeitausgleich 1 zu 1 oder Vergütung
Lehrgangskosten bei Kündigung zurückzahlen Verweis auf eine gesonderte Fortbildungsvereinbarung, Rückzahlung gestaffelt, keine Pflicht bei betriebsbedingter Kündigung, bei Krankheit oder wenn der Arbeitgeber den Grund setzt

Hinter beiden Änderungen steht ein Urteil. Die Klausel "erforderliche Überstunden sind mit dem Monatsgehalt abgegolten" ist intransparent, wenn der Umfang nicht aus dem Vertrag hervorgeht (BAG, 01.09.2010, 5 AZR 517/09). Und eine Rückzahlungsklausel, die jede Eigenkündigung erfasst, auch bei unverschuldeter dauerhafter Leistungsunfähigkeit, ist unwirksam (BAG, 01.03.2022, 9 AZR 260/21). Beide Änderungen passen also zur Rechtsprechung. Bestellt hattest du etwas anderes: Bei den Überstunden hast du weniger Spielraum, bei den Lehrgängen brauchst du vor dem Lehrgang eine zweite Unterschrift. Das fällt nur auf, wenn du den Vertrag gegen deine Anfrage liest.

Was gut war

Gegen das Gesetz gelesen, stimmten diese Punkte:

  • Probezeit sechs Monate, Kündigung mit zwei Wochen (§ 622 Abs. 3 BGB).
  • Kündigung nur schriftlich, elektronische Form ausgeschlossen (§ 623 BGB).
  • Klagefrist von drei Wochen als Hinweis im Vertrag (§ 4 KSchG).
  • Urlaub 30 Arbeitstage, davon 20 gesetzlich. Das sind die 24 Werktage bei einer Sechstagewoche (§ 3 BUrlG). Bei drei Arbeitstagen pro Woche sind es 24 ÷ 6 × 3 = 12 Tage, eigene Rechnung. Der volle Anspruch entsteht nach sechs Monaten (§ 4 BUrlG).
  • Krankmeldung: Bescheinigung bei mehr als drei Kalendertagen, früher auf Verlangen (§ 5 EntgFG).
  • Verfallklausel: zwei Stufen mit je drei Monaten, Textform, Mindestlohn und Vorsatzhaftung ausgenommen.

Sieben Klauseln, die du nicht bestellt hast

Die KI hat sieben Regelungen eingefügt, die du so nicht bestellt hast:

Klausel im Entwurf Folge, wenn du unterschreibst
Ordentliche Kündigung vor Dienstantritt ausgeschlossen (§ 1 Abs. 4) Beide Seiten können sich vor dem 1.1.2027 nicht ordentlich lösen
Homeoffice mit vier Wochen widerruflich, mit Katalog von Gründen (§ 5 Abs. 6) Die Zusage ist nicht fest, die Mitarbeiterin kann sie ebenfalls mit vier Wochen beenden
Zutritt zum Homeoffice-Arbeitsplatz nach Ankündigung (§ 5 Abs. 5) Du bekommst ein Zutrittsrecht zur Wohnung, soweit gesetzliche Pflichten es erfordern
Nebentätigkeit anzeigepflichtig (§ 9) Sie ist vorher in Textform anzuzeigen, bei berechtigtem Interesse kannst du sie untersagen
Verschwiegenheit und Datenschutz (§ 10) Die Pflicht gilt über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus
Haftung nach den Grundsätzen der Rechtsprechung (§ 14) Volle Haftung bei Vorsatz, anteilig bei mittlerer Fahrlässigkeit, keine bei leichter
Ende zur Regelaltersgrenze und bei unbefristeter voller Erwerbsminderungsrente (§ 12 Abs. 6) Das Arbeitsverhältnis endet dann ohne Kündigung

Sie gelten, sobald du unterschreibst. Eine unklare Formulierung geht im Zweifel zu deinen Lasten (§ 305c Abs. 2 BGB). Streich, was du nicht willst, bevor der Entwurf weitergeht.

Die 15 Pflichtangaben im Abgleich

Der Arbeitsvertrag ersetzt die Niederschrift nach dem Nachweisgesetz, wenn er alle geforderten Angaben enthält (§ 2 Abs. 5 NachwG). Fehlt eine, hast du den Nachweis nicht erbracht, und das Bußgeld liegt bei bis zu 2.000 € je Verstoß (§ 4 NachwG). Die Angaben stehen in § 2 Abs. 1 Satz 7. So sah der Abgleich mit dem Versuchsentwurf aus:

Nr Pflichtangabe Im Entwurf
1 Name und Anschrift der Parteien ja, Anschrift der Mitarbeiterin als Platzhalter offen
2 Beginn des Arbeitsverhältnisses ja
3 Enddatum bei Befristung entfällt, unbefristet
4 Arbeitsort oder Hinweis auf wechselnde Orte ja, Homeoffice-Adresse als Platzhalter offen
5 kurze Beschreibung der Tätigkeit ja
6 Probezeit ja
7 Entgelt mit Überstundenvergütung, Zuschlägen, Fälligkeit, Art der Auszahlung ja
8 Arbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten, Schichtsystem Ruhepausen ja, Ruhezeiten fehlen
9 Arbeit auf Abruf entfällt
10 Überstunden: Anordnung und Voraussetzungen ja
11 Dauer des Urlaubs ja
12 Anspruch auf Fortbildung durch den Arbeitgeber ja, ausdrücklich kein Anspruch
13 Versorgungsträger der betrieblichen Altersversorgung entfällt
14 Kündigungsverfahren: Schriftform, Fristen, Klagefrist ja
15 Hinweis auf Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen Platzhalter offen

Die Lücke bei Nr. 8: Der Entwurf regelt die Pausen, aber nicht die elf Stunden Ruhezeit nach § 5 Abs. 1 ArbZG. Das Gesetz erlaubt den Verweis auf die gesetzliche Regelung ausdrücklich nur für Urlaub und Kündigung (Nr. 11 und 14), also schreib die Ruhezeit hinein. Dazu kommen die offenen Platzhalter in eckigen Klammern: Name der Geschäftsführung, Anschrift, Vorgesetzte, Homeoffice-Adresse, Kostenerstattung fürs Homeoffice, Tarifbindung. Offene Platzhalter bedeuten einen Vertrag mit offenen Stellen.

Auch bei Nr. 7 lohnt der zweite Blick: Das Gesetz verlangt, Zuschläge, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen jeweils getrennt anzugeben, mit Fälligkeit. Der Entwurf löst das mit dem Satz, dass keine Zuschläge, Sonderzahlungen oder variable Vergütung vereinbart sind. Das stimmt nur, solange du wirklich nichts zahlen willst. Planst du Weihnachtsgeld, gehört es mit Betrag, Fälligkeit und Vorbehalt hier hinein, wie es Weihnachtsgeld: Muss ich als Arbeitgeber zahlen? beschreibt.

Die Fristen für die Übergabe sind gestaffelt (§ 2 Abs. 1 Satz 9 NachwG). Beispiel bei Beginn am 1. Januar 2027:

Angaben Spätestens im Beispiel
Nr. 1 (Parteien), Nr. 7 (Entgelt), Nr. 8 (Arbeitszeit) am ersten Tag der Arbeitsleistung 1. Januar
Nr. 2 bis 6, 9 und 10 am siebten Kalendertag nach dem vereinbarten Beginn 8. Januar
alle übrigen einen Monat nach dem vereinbarten Beginn 1. Februar

Gilt ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung, kannst du einen Teil der Angaben durch einen Hinweis darauf ersetzen (§ 2 Abs. 4 NachwG). Ändert sich später eine Arbeitsbedingung, teilst du das spätestens am Tag der Wirkung mit, außer ein Änderungsvertrag liegt vor (§ 3 NachwG). Der Überblick steht in Nachweisgesetz: Pflichtangaben im Arbeitsvertrag, den Abgleich mit deinem Entwurf macht der Arbeitsvertrag-Check.

Form: Schrift, Text oder digital

  • Die Niederschrift mit den Pflichtangaben unterzeichnest du und händigst sie aus. Textform und elektronische Übermittlung gehen, wenn das Dokument zugänglich ist, gespeichert und ausgedruckt werden kann und du um einen Empfangsnachweis bittest (§ 2 Abs. 1 Satz 1 und 2 NachwG).
  • In elf Branchen gilt diese Erleichterung nicht, du übergibst Papier mit Unterschrift: Baugewerbe, Gaststätten und Beherbergung, Personenbeförderung, Spedition, Transport und Logistik einschließlich Lieferdiensten, Schaustellergewerbe, Gebäudereinigung, Messebau, Fleischwirtschaft, Prostitutionsgewerbe, Wach- und Sicherheitsgewerbe sowie Friseur- und Kosmetikgewerbe (§ 2a Abs. 1 SchwarzArbG). Die KI kennt deine Branche nur, wenn du sie nennst.
  • Eine Befristung ist nur mit Schriftform wirksam (§ 14 Abs. 4 TzBfG). Schriftform heißt: Beide Seiten unterschreiben eigenhändig auf derselben Urkunde (§ 126 BGB). Eine einfache E-Mail genügt nicht, ersetzen kann die Schriftform nur die elektronische Form mit qualifizierter Signatur (§ 126a BGB).
  • Die Befristung muss vor dem ersten Arbeitstag schriftlich stehen. Einigt ihr euch zuerst mündlich und legt es nach dem Start schriftlich nieder, ist die Befristung nichtig, und es entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis (BAG, 14.12.2016, 7 AZR 797/14).
  • Ohne Sachgrund sind höchstens zwei Jahre mit bis zu drei Verlängerungen erlaubt, und nur, wenn die Person nicht schon einmal bei dir angestellt war. Das Verbot kann auch nach acht Jahren greifen, wenn die frühere Anstellung eine vergleichbare Aufgabe hatte (BAG, 23.01.2019, 7 AZR 733/16). Mehr dazu in Befristeter Arbeitsvertrag: Regeln für Arbeitgeber.

Klauseln, die Gerichte kippen

Dein Vertrag wird behandelt wie Allgemeine Geschäftsbedingungen, auch wenn du ihn nur für eine Person nutzt. Arbeitsverträge sind Verbraucherverträge, und bei Verbraucherverträgen gilt die Inhaltskontrolle auch für Klauseln, die nur einmal verwendet werden (§ 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB, BAG, 19.12.2018, 10 AZR 233/18). Eine Klausel ist unwirksam, wenn sie unangemessen benachteiligt oder nicht klar und verständlich ist (§ 307 Abs. 1 BGB). Dann bleibt der Vertrag im Übrigen wirksam, und an die Klausel tritt das Gesetz (§ 306 BGB). Bei drei Klauseln, die dich am meisten kosten, passiert mehr:

Klausel Was das BAG entschieden hat
Verfall von Ansprüchen nach drei Monaten Erfasst die Klausel auch den Mindestlohn, ist sie insgesamt unwirksam, wenn der Vertrag nach dem 31.12.2014 geschlossen wurde (BAG, 18.09.2018, 9 AZR 162/18)
Überstunden mit dem Gehalt abgegolten Intransparent, wenn der Umfang nicht erkennbar ist (BAG, 01.09.2010, 5 AZR 517/09)
Rückzahlung von Fortbildungskosten Eine Klausel, die jede Eigenkündigung erfasst, ist unwirksam und lässt sich nicht auf das Zulässige kürzen (BAG, 01.03.2022, 9 AZR 260/21)

Bei der Verfallklausel bedeutet das: Ansprüche, die du für verfallen hieltest, bestehen weiter. Der Entwurf aus dem Versuch nimmt Mindestlohn und Vorsatzhaftung aus. Mindestlohn und Vorsatz sind die Ausnahmen, die wir geprüft haben. Ob dein Muster weitere braucht, klärt die Prüfung durch eine Fachanwältin.

Was die Überstundenklausel kosten kann, zeigt der Fall hinter dem Urteil. Ein Hochregallagerleiter hatte eine Klausel, nach der erforderliche Überstunden mit dem Gehalt abgegolten waren, ohne Stundenzahl. Bei seinem Ausscheiden standen 102 Stunden auf dem Arbeitszeitkonto. Das Gericht sprach ihm 1.565,70 € brutto zu, weil die Klausel nicht klar genug war und für Arbeit, die nur gegen Vergütung zu erwarten ist, eine Vergütung als vereinbart gilt (§ 612 Abs. 1 BGB).

Übertragen auf den Entwurf aus dem Versuch, mit 4.200 € brutto und rund 24,23 € je Stunde (Rechnung im nächsten Abschnitt): Leistet die Mitarbeiterin in einem Monat 16 Überstunden, sind nach dem Entwurf 10 abgegolten und 6 auszugleichen oder mit rund 145 € brutto zu vergüten. Mit deinem ursprünglichen Wunsch ohne Stundenzahl wären im ungünstigen Fall alle 16 zu vergüten, rund 388 € brutto. Das gilt nur für Monate, in denen so viele Überstunden wirklich anfallen.

Gehalt gegen den Mindestlohn prüfen

Der Mindestlohn beträgt 13,90 € brutto je Stunde seit dem 1. Januar 2026 und 14,60 € ab dem 1. Januar 2027 (§ 1 MiLoV5). Vereinbarungen darunter sind unwirksam (§ 3 MiLoG). Rechne das Monatsgehalt auf die Stunde um. Bei 40 Wochenstunden sind es rund 173 Stunden im Monat, mit der Annahme 40 mal 52 durch 12. 4.200 € ergeben rund 24,23 € je Stunde. 2.400 € ergeben 13,85 € und liegen unter dem Mindestlohn von 2026 und 2027. Beginnt dein Vertrag am 1. Januar 2027, gilt der höhere Wert.

Was du nicht in die KI tippen solltest

Wer einen Vertrag für eine bestimmte Person schreiben lässt, gibt personenbezogene Daten in die KI. Die Datenschutzkonferenz schreibt in ihrer Orientierungshilfe von 2024, dafür brauche es eine Rechtsgrundlage, und es genügt regelmäßig nicht, Namen und Anschriften zu streichen, weil sich der Personenbezug aus dem Zusammenhang ergeben kann (DSK, Orientierungshilfe KI und Datenschutz, Version 1.0, 06.05.2024). Bei Cloud-Diensten besteht häufig ein Auftragsverarbeitungsverhältnis, für das du einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO brauchst.

Lass die KI deshalb mit Platzhaltern arbeiten und trage Name, Anschrift, Gehalt und Termine im fertigen Dokument selbst ein. Was zu KI im Personalbereich sonst gilt, steht in KI in der Personalarbeit und in Beschäftigtendatenschutz.

Was nur du weißt

Die KI kennt nur deine Anfrage. Ob ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung gilt, ob deine Firma zu den elf Branchen mit Papierpflicht gehört, was du dem Bewerber mündlich zugesagt hast und ob die Person schon einmal bei dir angestellt war, steht in keinem Prompt, wenn du es nicht hineinschreibst. Bei Befristungen, Rückzahlungsklauseln, Verfallklauseln und Tarifbindung lohnt sich der Blick einer Fachanwältin oder eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.

So prüfst du den Entwurf

Leg den Entwurf neben deine Anfrage und geh die Stellen der Reihe nach durch. Die Entscheidungshilfe führt dich Frage für Frage zum Ergebnis, die Checkliste kannst du abhaken und kopieren.

Entscheidungshilfe

Kannst du den KI-Entwurf so unterschreiben?

Stand 21.10.2026. Keine Rechtsberatung.

Stehen alle 15 Pflichtangaben im Entwurf, und ist jeder Platzhalter ausgefüllt?

Liste in § 2 Abs. 1 Satz 7 NachwG. Achte auf Ruhezeiten, Fälligkeit des Entgelts und den Hinweis auf Tarifverträge.

Checkliste

KI-Arbeitsvertrag vor der Unterschrift

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Häufige Fragen

Darf ich einen Arbeitsvertrag mit ChatGPT oder einer anderen KI schreiben?+

Ja, du kannst einen Entwurf von einer KI erstellen lassen. Die Pflichten bleiben bei dir: Du musst die Niederschrift mit den wesentlichen Bedingungen unterzeichnen und der Person innerhalb der Fristen aushändigen (§ 2 Abs. 1 NachwG).

Ist ein von KI erstellter Arbeitsvertrag rechtssicher?+

Rechtssicher macht ihn nicht die KI, sondern die Prüfung. Gerichte kontrollieren vorformulierte Klauseln auch dann, wenn du sie nur einmal verwendest, weil Arbeitnehmer als Verbraucher gelten (BAG, 19.12.2018, 10 AZR 233/18). Eine unwirksame Klausel entfällt, und es gilt das Gesetz.

Reicht ein Arbeitsvertrag per E-Mail?+

Für den Nachweis der Arbeitsbedingungen ja, wenn du Textform wählst: Das Dokument muss zugänglich sein, sich speichern und ausdrucken lassen, und du bittest um einen Empfangsnachweis. In den 11 Branchen nach § 2a SchwarzArbG gilt das nicht. Eine Befristung braucht Schriftform (§ 14 Abs. 4 TzBfG), eine einfache E-Mail genügt dafür nicht.

Wie hoch ist das Bußgeld, wenn Pflichtangaben im Vertrag fehlen?+

Bis zu 2.000 € je Verstoß (§ 4 NachwG). Es zählt jede fehlende, unvollständige, verspätete oder in falscher Form übergebene Angabe.

Bis wann muss die neue Mitarbeiterin den Vertrag haben?+

Parteien, Entgelt und Arbeitszeit spätestens am ersten Arbeitstag. Beginn, Arbeitsort, Tätigkeit, Probezeit, Abruf und Überstundenanordnung spätestens am siebten Kalendertag nach Beginn. Alles Übrige spätestens einen Monat nach Beginn.

Darf ich den Namen der Bewerberin in die KI eingeben?+

Dafür brauchst du eine Rechtsgrundlage, und bei Cloud-KI meist einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Die Datenschutzkonferenz weist darauf hin, dass es oft nicht reicht, Namen und Anschriften zu streichen. Schreib den Entwurf mit Platzhaltern und trage die Daten erst im fertigen Dokument ein.

Wann sollte eine Fachanwältin den KI-Vertrag prüfen?+

Wenn du eine Befristung, eine Rückzahlungsklausel oder eine Verfallklausel selbst geändert hast, wenn ein Tarifvertrag gilt oder wenn schon ein Streit läuft. Diese Klauseln hat das Bundesarbeitsgericht mehrfach gekippt. Die Prüfung deines Einzelfalls leistet ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Dieses Angebot ersetzt keine Rechtsberatung. Es gibt die allgemeine Rechtslage in Deutschland verständlich wieder. Für deinen Einzelfall frag eine Anwältin oder einen Anwalt für Arbeitsrecht.

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